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Erbauer der Kirche |
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Antwort auf diese Frage gibt uns das Doppelwappen v.Borcke/v.Edeling
(in Gold zwei
flüchtige, Goldgekrönte Wölfe mit goldenen
Halsbändern; in dem in Blau und Gold gespaltenen
Schild eine halbe goldene Sonne und eine halbe blaue
Lilie am Spalt) über dem
Kirchenportal, was auf das Erbauerehepaar schließen
lässt.
Ernst Matthias v.Borcke hat den Neubau der Kirche selbst
finanziert. Um 1725 wurde mit den
Bauarbeiten begonnen. 1728, also im Todesjahr des Bauherrn,
erfolgte die Einweihung durch
den Superintendenten von Calau.
Am 09.01.1690 vertauschte der damals kursächsische
Oberstleutnant Ernst Matthias v.Borcke das
im Borckenkreis gelegene Rittergut Döberitz nebst
Borckenheyde mit Ober- und
Untergerichten und Pfarrlehn an Adam Heinrich v.List
gegen das Rittergut Reuden mit dem
Dorf Plieskendorf, Ober- und Erbgerichten über Hals
und Hand. Da der sächsische Besitz
wertvoller war als das auf 17.900 Gl. taxierte Döberitz,
zahlte Ernst Matthias an Adam
Heinrich v.List 8.800 Thl., die auf eine andere Forderung
verrechnet wurden. Seine Frau war
Ursula Elisabeth v.Edeling a.d.H. Ribbekardt (Krs.Greifenberg/
Pommern).
Schon mit 13 Jahren, d.h. im Jahre 1659 wurde Ernst Matthias
von seinem Vater, dem
Landrat Adrian v.Borcke auf Stargordt, an den kursächsischen
Hof nach Dresden geschickt.
Hier war sein Verwandter, Andreas Adrian v.Borcke, Kammerherr
und Oberhofmeister der
verwitweten Kurfürstin Magdalene Sybille (Mutter
von Johann Georg III.), die den
Neuankömmling als Pagen in ihre Dienste nahm.
1667 folgte seine Ausbildung in der Artilleriekunst,
die er 1668 mit einer Feuerwerksprobe in
Gegenwart des Kurfürsten erfolgreich abschloss.
1671 begann mit der Beförderung zum kursächsischen
Leutnant die militärische Laufbahn
und eine Karriere, die Ernst Matthias 1693 bis zum Kommandanten
der Festung Altdresden
und am Ende, 1715, bis zum Rang eines General-Leutnants
von der Infanterie führte. Schon
1702 hatte Kurfürst Friedrich August I von Sachsen,
seit 1697 auch König von Polen, besser
bekannt als August der Starke, aus besonderer Gnade das
Gehalt verdoppelt
Nach dem Tod von Ernst Matthias kamen Reuden und Plieskendorf
in den Besitz seines
unverheirateten Sohnes Otto Bernhard (1699-1785), der
königl.polnischer und kursächsischer
Appellationsrat war, sich wohl wenig um den Besitz gekümmert
und meist in Leipzig gelebt hat.
Er hat schon bald das Erbe verkauft (Jahreszahl nicht
genau bekannt). Neuer Besitzer
wurde Wilhelmine Christiane Gräfin v.Schönburg,
geb. Gräfin zu Solms.
Textquelle
http://www.borcke.com
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